Rente als Gutverdiener: Was dir mit 67 bleibt
Als Gutverdiener zahlst du jeden Monat viel Geld in die gesetzliche Rente. Heute reicht dein Gehalt für alles: deine Wohnung, dein Auto, deine Reisen, und du kannst deine Familie unterstützen. Aber was bleibt dir davon mit 67? In diesem Artikel rechne ich das an einem Beispiel durch. Du siehst, warum gerade Gutverdiener so stark betroffen sind und wie du die Lücke selbst schließen kannst.
Lieber schauen statt lesen? Hier ist die ganze Rechnung als Video.
Die Zeile, um die es geht
Schau mal auf deinen Gehaltszettel. Zwischen Lohnsteuer und Krankenversicherung steht eine Zeile, die die meisten überlesen: die Rentenversicherung. Da geht jeden Monat ein ordentlicher Betrag ab, und dein Arbeitgeber zahlt noch einmal genauso viel dazu.
Was passiert mit diesem Geld? Was kommt davon später bei dir an? Und warum ist das gerade für Gutverdiener ziemlich unfair? Das rechnen wir an einem Beispiel durch.
Die Zeile, um die es geht
dein GehaltszettelDas Beispiel: Max
Max ist angestellt und verdient gut. Um seine Rente hat er sich nie groß gekümmert. Er zahlt ja jeden Monat ein und denkt, das wird schon reichen. So denken die meisten, die bei mir im Erstgespräch sitzen.
Dabei sind gerade Gutverdiener wie Max besonders betroffen. Warum, schauen wir uns in vier Schritten an: wie die Rente funktioniert, warum das nicht mehr aufgeht, warum es Gutverdiener besonders trifft und was du selbst tun kannst.
Teil 1Es gibt keinen Topf für dich
Die meisten glauben: Ich zahle ein, das Geld wird für mich angelegt, und mit 67 bekomme ich es zurück. So funktioniert die gesetzliche Rente aber nicht.
Dein Beitrag geht an die Rentenkasse, und die gibt ihn noch im selben Monat an die Rentner von heute weiter. Das nennt sich Umlageverfahren. Das Geld läuft einfach durch, wie bei einem Durchlauferhitzer. Für dich selbst wird nichts zurückgelegt. Deine Rente zahlen später die, die dann arbeiten. Das ist der sogenannte Generationenvertrag.
Wohin dein Beitrag geht
UmlageverfahrenDie Rechnung von 1957
1957 wurde die Rente so gebaut, wie wir sie heute kennen. Schon damals gab es Bedenken: Was passiert, wenn irgendwann zu wenig Kinder kommen? Bundeskanzler Konrad Adenauer soll sie mit einem Satz abgetan haben:
„Kinder kriegen die Leute immer.“
Teil 2Deutschland wird immer älter
Die Rechnung von damals war einfach: Viele Kinder heute sind viele Beitragszahler morgen. Ob sie aufgegangen ist, zeigt ein Blick auf den Altersaufbau.
1960 war Deutschland unten breit und oben schmal, wie ein Tannenbaum. Auf einen Rentner kamen rund sechs Menschen, die eingezahlt haben. Heute kommen weniger Kinder nach, und die Babyboomer gehen gerade in Rente. Auf einen Rentner kommen nur noch rund zwei Beitragszahler.
2050 sollen es laut Prognose nur noch rund 1,3 sein. Die Zahl ist kleiner, als die Grafik vermuten lässt, weil nicht jeder im Erwerbsalter einzahlt. Beamte und viele Selbstständige zum Beispiel nicht.
Wie viele für einen Rentner zahlen
schematisch- Rentner, ab 65
- Erwerbsalter, 20 bis 64
- Kinder, unter 20
Die Rente wird doppelt so lange gezahlt
Dazu kommt: Wir leben länger. Schön für uns, aber teuer für das System. 1960 hat man im Schnitt rund 10 Jahre Rente bekommen, heute sind es über 20 Jahre. Doppelt so lange Rente, bezahlt von immer weniger Menschen.
Wie lange Rente gezahlt wird
im SchnittDen Rest zahlt der Staat
Was passiert, wenn die Beiträge nicht reichen? Dann zahlt der Bund aus Steuern dazu, und zwar jedes Jahr. 2026 sind das rund 127 Milliarden Euro.
Das ist fast jeder dritte Steuer-Euro des Bundes. Geld, das für Schulen, Straßen oder Entlastungen fehlt. Und laut Bundesrechnungshof wächst dieser Anteil weiter.
Zahlungen des Bundes an die Rente
2026Drei Hebel, und jeder trifft dich
Damit das System hält, kann die Politik nur an drei Stellen drehen. Sie kann die Beiträge erhöhen. Dann geht mehr von deinem Gehalt an die Rentenkasse, laut Rentenversicherungsbericht 2025 bis 2039 schrittweise von 18,6 auf 21,2 Prozent. Sie kann das Rentenalter weiter nach hinten schieben. Oder sie lässt die Renten langsamer steigen als die Löhne.
Jede dieser Lösungen kostet dich Geld oder Zeit. Und am härtesten trifft das ausgerechnet die, die am meisten einzahlen.
Drei Hebel der Politik
jeder trifft dich- Vom Gehalt geht mehr an die Rentenkasse
- Das Rentenalter wird weiter nach hinten verschoben
- Die Rente steigt langsamer als die Löhne
Teil 3Gutverdiener tragen das System doppelt
Gutverdiener zahlen am meisten in die Rente ein. Warum trifft es ausgerechnet sie so hart? Dafür gibt es zwei Gründe.
Grund eins: Du trägst das System doppelt. Erst über deine Beiträge, denn je mehr du verdienst, desto mehr zahlst du ein. Und dann noch einmal über deine Steuern. Aus ihnen zahlt der Bund die 127 Milliarden für die Rente, und die Einkommensteuer kommt zu rund 72 Prozent von den oberen 20 Prozent. Dazu gehörst du ab rund 80.000 € brutto im Jahr.
Du zahlst zweimal
Grund 1- Je mehr du verdienst, desto mehr zahlst du ein
- Daraus zahlt der Bund die 127 Mrd. € für die Rente
Was Max mit 67 fehlt
Grund zwei siehst du an Max. Er ist 38 und verdient 90.000 € brutto im Jahr. Er und sein Arbeitgeber zahlen dafür jeden Monat rund 1.400 € in die Rentenversicherung.
Trotzdem fehlen ihm mit 67 rund 1.200 € im Monat, wenn er so weiterleben will wie heute. Der Grund: Die gesetzliche Rente deckt nur einen Teil deines Gehalts. Je mehr du verdienst, desto größer ist die Lücke in Euro. Und was du über 8.450 € brutto im Monat verdienst, zählt für die Rente gar nicht mehr.
Max, 38, angestellt
Grund 2- Brutto im Jahr90.000 €
- Rentenbeitrag pro Monatrund 1.400 €
- Fehlt ihm mit 67, jeden Monatrund 1.200 €
Was 1.200 € weniger im Monat heißen
1.200 € klingt erst mal abstrakt. Im Alltag heißt das: jeden Monat, über 20 Jahre lang. Die Wohnung, in der du jahrelang gelebt hast, wird zu teuer. Das Auto wird verkauft. Die Reise, die du dir für die Rente aufgehoben hast, bleibt ein Plan.
Und was die meisten am härtesten trifft: Du kannst deinen Kindern und Enkeln nicht mehr unter die Arme greifen. Kein Zuschuss zum Führerschein, keine Hilfe bei der ersten Wohnung.
Du finanzierst die Rente doppelt mit, und trotzdem reicht sie nicht für deinen Lebensstandard.
Teil 4Die Lösung: selbst vorsorgen
Allein auf die gesetzliche Rente verlassen kannst du dich also nicht. Der Staat hat verpasst, rechtzeitig einen eigenen Topf für die Rente aufzubauen. Schweden zum Beispiel legt schon lange einen Teil der Beiträge am Kapitalmarkt an.
Was der Staat verpasst hat, kannst du für dich selbst machen. Dafür gibt es zwei bewährte Wege: ETFs und Immobilien. Zu ETFs gibt es einen eigenen Artikel. Hier geht es um Immobilien, denn sie nutzen genau das Prinzip, auf dem auch die Rente aufbaut.
Gleiches Prinzip, nur für dich
Das Prinzip der gesetzlichen Rente ist eigentlich gut: Andere zahlen für dich. Bei der gesetzlichen Rente ist das die nächste Generation. Ob die groß genug ist, liegt nicht in deiner Hand. Darüber entscheidet die Politik.
Bei einer vermieteten Wohnung zahlt dein Mieter. Und wo und was du kaufst, entscheidest du selbst. So machst du dich ein Stück unabhängiger von der gesetzlichen Rente und davon, was die Politik beschließt.
Gleiches Prinzip, nur für dich
wer zahlt, wer entscheidetPhase 1: Mieter und Finanzamt zahlen mit
Du kaufst eine Wohnung mit Kredit und zahlst jeden Monat eine Rate an die Bank. Den größten Teil davon zahlt dein Mieter mit der Miete. Einen Teil holst du dir über die Steuer zurück, den Rest legst du selbst dazu.
Warum hilft das Finanzamt? Bei einer vermieteten Wohnung kannst du einen Teil der Kosten absetzen, zum Beispiel die Zinsen und die Abschreibung. Je höher dein Steuersatz, desto mehr kommt zurück. Als Gutverdiener ist das ein echter Vorteil. Und mit jeder Mieterhöhung wird dein eigener Teil kleiner.
Wer deine Rate zahlt
Phase 1, vereinfachtPhase 2: Ab dann zahlt der Mieter an dich
Irgendwann ist der Kredit abbezahlt. Bis dahin ging die Miete an die Bank, ab dann landet sie jeden Monat auf deinem Konto. Das ist deine private Rente.
Und die hängt nicht davon ab, wie viele Kinder geboren werden oder was eine Rentenkommission beschließt.
Wohin die Miete geht
vor und nach der AbzahlungEinwandWeniger Kinder heißt doch weniger Mieter?
Berechtigte Frage. Aber Wohnungen fehlen schon heute: Laut Pestel-Institut fehlen in Deutschland rund 1,4 Millionen Wohnungen. Gewohnt wird immer.
Aber nicht überall gleich gern. Deshalb entscheidet der Standort. Kauf in gefragten Lagen, vor allem in Städten, wo Menschen hinziehen und Arbeit finden. Und nicht die billige Wohnung auf dem Land, die sich auf den ersten Blick super rechnet und in 20 Jahren leer stehen kann.
Wohnungen fehlen schon heute
DeutschlandAuflösungSo schließt Max seine Lücke
Zurück zu Max. Seine Lücke sind rund 1.200 € im Monat. Jede abbezahlte Wohnung bringt ihm im Ruhestand rund 560 € im Monat, in heutiger Kaufkraft gerechnet.
Mit drei Wohnungen ist die Lücke zu, sogar mit etwas Luft. Kein Umzug, das Auto bleibt, die Reise findet statt. Die Annahmen hinter der Rechnung findest du unten unter Quellen und Annahmen.
So schließt Max seine Lücke
BeispielrechnungDrei Wohnungen? Dafür habe ich keine Zeit
Das ist meistens der nächste Einwand, und er ist verständlich. Es gibt zwei Wege, wie Max das angehen kann.
Beim ersten Weg macht er alles selbst. Er baut sich das Know-how auf, auch bei den rechtlichen Fragen, und fährt zum Besichtigen oft quer durchs Land. Das geht, kostet aber viel Zeit. Und am Ende bleibt oft die Frage: Habe ich alles richtig gemacht?
Beim zweiten Weg arbeitet Max mit einem Dienstleister wie uns zusammen. Der hat Zugang zu Off-Market-Wohnungen, also Wohnungen, die gar nicht erst auf den Portalen landen. Auswahl und Prüfung übernimmt der Dienstleister, und um Mieter, Nebenkosten und Probleme kümmert sich eine professionelle Mietverwaltung.
Zwei Wege für Max
der Aufwand- Know-how aufbauen
- Rechtliches klären
- Wohnungen suchen
- Vor Ort besichtigen
- Finanzierung klären
- Mieter finden
- Bei Problemen selbst ran
- Off-Market-Wohnungen
- Auswahl und Prüfung
- Professionelle Mietverwaltung
- Um das Tagesgeschäft muss sich Max nicht kümmern
FazitDie Rente in drei Sätzen
Deine Rente zahlen die Jungen von morgen, und davon gibt es immer weniger.
Als Gutverdiener trägst du das System mit und hast trotzdem die größte Lücke in Euro.
Mit vermieteten Wohnungen baust du dir deine eigene Rente. Dein Mieter zahlt erst die Rate und später deine Rente.
Bleibt die Frage: Wie groß ist deine Lücke, und wie viele Wohnungen brauchst du dafür?
Häufige Fragen
Warum reicht die gesetzliche Rente für Gutverdiener nicht?
Die gesetzliche Rente ersetzt nur einen Teil deines Gehalts. Je mehr du verdienst, desto größer ist die Lücke in Euro zwischen deinem heutigen Lebensstandard und deiner Rente. Dazu kommt die Beitragsbemessungsgrenze: Was du 2026 über 8.450 € brutto im Monat verdienst, zählt für die Rente nicht mehr. Im Beispiel fehlen Max mit 90.000 € brutto im Jahr rund 1.200 € im Monat.
Wie funktioniert der Generationenvertrag?
Die gesetzliche Rente arbeitet im Umlageverfahren (§ 153 SGB VI): Die Beiträge von heute werden direkt an die Rentner von heute ausgezahlt. Für dich wird nichts angespart. Deine Rente zahlen später die, die dann arbeiten. Das funktioniert nur, solange genug Beitragszahler auf einen Rentner kommen.
Wie viele Beitragszahler kommen auf einen Rentner?
1960 waren es rund sechs, heute sind es rund zwei. Für 2050 rechnet das IW Köln mit rund 1,3. Gleichzeitig wird die Rente heute im Schnitt über 20 Jahre lang gezahlt, 1960 waren es rund 10 Jahre.
Wie viel Steuergeld fließt in die Rente?
Laut Bundesrechnungshof zahlt der Bund 2026 rund 127 Mrd. € an die Rentenversicherung. Das ist fast jeder dritte Steuer-Euro des Bundes. Als Gutverdiener trägst du einen großen Teil davon: Die oberen 20 % zahlen rund 72 % der Einkommensteuer.
Wird das Rentenalter weiter erhöht?
Ein späterer Rentenbeginn ist einer der Hebel, über die die Politik spricht. Die Alterssicherungskommission hat dazu im Juni 2026 Vorschläge vorgelegt. Beschlossen ist noch nichts (Stand Oktober 2026).
Wie kann ich als Gutverdiener meine Rentenlücke schließen?
Mit privater Vorsorge. Die zwei bewährten Wege sind ETFs und vermietete Immobilien. Bei einer vermieteten Wohnung zahlen Mieter und Finanzamt einen großen Teil der Rate. Ist der Kredit abbezahlt, bleibt die Miete als private Rente. Als Gutverdiener profitierst du besonders vom Steuervorteil, weil dein Steuersatz hoch ist.
Wie viele Wohnungen brauche ich für meine Rentenlücke?
Das hängt von deiner Lücke und von den Wohnungen ab. Im Beispiel bringt jede abbezahlte Wohnung rund 560 € im Monat in heutiger Kaufkraft. Drei Wohnungen schließen eine Lücke von rund 1.200 €. Mit dem Rentenlücken-Rechner auf klinkr.de rechnest du das für dein Gehalt durch, ohne Anmeldung.
Gibt es durch weniger Kinder nicht auch weniger Mieter?
Wohnungen fehlen schon heute: Laut Pestel-Institut fehlen in Deutschland rund 1,4 Millionen Wohnungen. Gewohnt wird immer, aber nicht überall gleich gern. Deshalb entscheidet der Standort: gefragte Lagen, vor allem in Städten, wo Menschen hinziehen und Arbeit finden.
Quellen und Annahmen
- Umlageverfahren: § 153 SGB VI. Die Ausgaben eines Kalenderjahres werden durch die Einnahmen desselben Kalenderjahres gedeckt.
- Adenauer-Zitat „Kinder kriegen die Leute immer“: überliefert aus der Debatte um die Rentenreform 1957 (Deutscher Bundestag).
- Altersaufbau: schematisch nach Statistischem Bundesamt (Bevölkerung nach Alter 1960, 2024 und Vorausberechnung 2050). Beitragszahler je Rentner: Deutsche Rentenversicherung, Prognose 2050: IW Köln.
- Rentenbezugsdauer: Deutsche Rentenversicherung, Durchschnitt, 1960 nur Westdeutschland.
- Zahlungen des Bundes an die Rentenversicherung: Bundesrechnungshof, Oktober 2026, rund 127 Mrd. € für 2026. Anteil an den Steuereinnahmen des Bundes 2025: rund 29 %.
- Beitragssatz: Rentenversicherungsbericht 2025, Anstieg von 18,6 % auf 21,2 % bis 2039. Rentenalter: Vorschläge der Alterssicherungskommission, Juni 2026.
- Einkommensteuer: BMF, Datensammlung zur Steuerpolitik 2026. Die oberen 20 % (ab 78.358 € Einkünften, Ehepaare zählen gemeinsam) tragen 72,3 % der Lohn- und Einkommensteuer.
- Beispiel Max: 38 Jahre, 90.000 € brutto im Jahr. Beitrag 18,6 % von 7.500 € brutto im Monat, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zusammen. Rentenlücke laut Rentenlücken-Rechner auf klinkr.de (Standardbeispiel): rund 1.200 € im Monat.
- Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung 2026: 8.450 € brutto im Monat.
- Wohnungen: Kaufpreis 250.000 €, Kaltmiete 850 €, Zins 3,7 %, Abschreibung 2 %. Rund 560 € Miete je abbezahlter Wohnung im Ruhestand, in heutiger Kaufkraft (Rentenlücken-Rechner auf klinkr.de).
- Wohnungsmangel: Pestel-Institut für das Bündnis Soziales Wohnen, Januar 2026: rund 1,4 Millionen fehlende Wohnungen.
Wie viele Wohnungen schließen deine Lücke?
Der Rentenlücken-Rechner zeigt dir deine eigene Zahl und wie viele Wohnungen die Lücke schließen, ohne Anmeldung. Wenn du lieber direkt mit mir sprichst, buch dir ein kostenloses Erstgespräch.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.